Armenien

Das Land

  • Armenien = Hayastan auf armenisch
  • Armenien liegt im südlichen Kaukasus mit den Nachbarn Georgien im Norden, Aserbaidschan im Osten, Iran im Süden und     Türkei im Westen und gehört geographisch zu Asien (politisch zu Europa).
  • das historische Armenien vom 8. Jh. v. Chr. bis zum 5. Jh. n. Chr. umfaßte 600.000 qkm zwischen Schwarzem Meer und Kaspischen Meer sowie zwischen Mittelmeer und Persischem Golf.
        Es war Durchzugsland für Römer, Mongolen, Seldschuken, Araber, Perser, Türken.
  • Seit Urzeiten Kreuzung der Handelswege zwischen Europa und Asien
  • Mit 29.800 qkm ist das jetzige Armenien etwas kleiner als Brandenburg oder Belgien.
  • ca. 3,2 Mio. Einwohner (ca. 95% Armenier), in der Hauptstadt Eriwan  ca. 1,3 Mio.
  • ca. 1.5 Mio. Armenier sind ausgewandert, meist nach Rußland
  • Es gibt ca. 6 Mio. Auslandsarmenier
  • Es gibt in Armenien ca. 33.000 kulturhistorische Sehenswürdigkeiten und mehrere Einträge in die Liste des  UNESCO-Weltkulturbes (materiell und immateriell).
  • 90% des Landes liegen höher als 1.000 m; die mittlere Höhe liegt bei ca. 1.800 m. , ca. 47% sind mit Gebirge bedeckt. Die höchste Erhebung ist der Aragaz mit 4.109 m. Höhendifferenz in Armenien von 400 m (Meghri an der Grenze zum Iran) bis über 4.000 m (Aragaz)
  • Der Ararat (5.169 m) liegt in der Türkei, gilt aber  den Armeniern als heiliger Berg
  • Der Sewan-See: 1416 Quadratkilometern, ca. dreimal so groß wie Bodensee, 1.900 m hoch gelegen. Seit den 50-er Jahren ist der Wasserspiegel um ca. 19 m gesunken. Durch verschiedenen Maßnahmen wurde ab 2001 das Absinken des Seespiegels gestoppt. Im Zeitraum 2001 - 2011 ist der Wasserspiegel bereits wieder um 380 cm gestiegen. Bis 2030 ist ein weiterer Anstieg  um 320 cm geplant.
  • Zu den wenigen Bodenschätzen, über die Armenien verfügt, gehören Bauxit, Gold, Kupfer, Molybdän, Silber und Zink.
  • Ca. 311.000 ha , d. h. ca. 11 % Armeniens, sind als Nationalpark ausgewiesen (darunter auch der Sevan-See). Darin befinden sich mehr als 60 % der Fauna und Flora Armeniens.
  • Klima / Vegetation
    - Das Land hat mehrere Klimazonen und 5 Vegetationszonen (Halbwüste, Trockensteppe, Gebirgssteppe, Gebirgswald und Alpenzone)

    - Das Land ist sehr wasserarm. Das kontinentale Klima ist im Sommer heiß (>40 Grad) und trocken, im Winter sehr kalt (<-30 Grad), in der Regel aber nicht besonders schneereich. Nördlich des Sewan-Sees ist es im Sommer wesentlich kühler und es fällt sehr viel Regen. Auch im weiter südlich gelegenen Bergland gibt es genügend Regen für eine üppige Vegetation.

    Religion
    - Inmitten der islamischen Nachbarn im Osten, Süden und Westen bilden die Armenier einen christlichen Vorposten. Armenien war das erste Land, in dem im Jahre 301 das Christentum zur Staatsreligion erklärt wurde.

    - Das Oberhaupt der armenisch-apostolischen Christen ist der Katholikos, der in Etschmiadzin, 20 km von Eriwan entfernt, residiert.

    Sprache, Schrift
    - Die Landessprache ist armenisch, aber die meisten Armenier sind während der Zeit der Sowjetunion zweisprachig aufgewachsen und beherrschen die russische Sprache ebenfalls perfekt.

    - Armenisch ist eine indoeuropäische Sprache mit einem eigenen Alphabet von 38 Buchstaben, entwickelt von dem Mönch Mezrop Maschtoz im Jahre 396.

    Erdbeben
    - Das verheerende Erdbeben vom 7. Dezember 1988 mit einer Stärke von 6,9 auf der Richterskala zerstörte u. a. die Städte Leninakan (heute: Gjumri) zu 80%, Kirovakan (heute: Vanadsor) zur Hälfte und Spitak sowie 58 umliegende Dörfer vollständig. 150 weitere Ortschaften wurden schwer geschädigt.

    - Nach offiziellen Angaben wurden 23.000 Tote registriert. Inoffizielle Schätzungen gehen jedoch von 50.000 bis 80.000 Todesopfern aus, da Nordarmenien zu jener Zeit viele armenische Flüchtlinge aus Aserbaidschan beherbergte.

    - Weit über 500.000 Menschen wurden durch das Erdbeben obdachlos. 230 Fabriken, rund ein Viertel der gesamten armenischen Industriekapazität, wurden zerstört, ebenso  450 Schulen und Kindergärten für zusammen rund 250.000 Kinder.

    Karabach
    liegt auf dem Gebiet von Aserbaidschan. Es hat
    - 4.800 qkm, ca. 16% der Größe Armeniens, etwa doppelt so groß wie das Saarland
    - 150.000 Einwohner, davon 95% Armenier und ist
    - unabhängig seit 1992

    Die Blockade
    Das Land ist seit 1991 auf dem Landwege nur unter erschwerten Bedingungen zu erreichen. Ursache ist der Konflikt um die armenische Enklave Bergkarabach (Arzach) in Aserbaidschan, nach dessen Beginn sowohl Aserbaidschan im Osten (1991) als auch die mit diesem Staat befreundete Türkei im Westen (ab 1993) eine nahezu vollständige Blockade gegen Armenien verhängt haben. Diese Grenzen sind für den Personenverkehr, den Transport von Waren und Energie (Öl, Gas, Elektrizität) und auch für humanitäre Hilfslieferungen bis heute nahezu undurchlässig.

    Der Kampf ums (Über-)Leben
    Es ist eine immer stärker werdende Polarisierung in den Lebensverhältnissen der Menschen zu beobachten. Diejenigen Armenier, die durch Handel wohlhabend geworden sind oder von ihren im Ausland lebenden Verwandten und Freunden großzügig unterstützt werden, sind Nutznießer des Aufschwungs und können sich viele der reichlich angebotenen Waren leisten.
    1,2 Millionen Armenier (ca. 36 %) leben unterhalb der Armutsgrenze. Der Mindestlohn liegt bei ca. 60 Euro (Stand Januar 2012). Viele Menschen, vor allem alte Leute, sind gezwungen, Stück für Stück ihrer Habe zu verkaufen um Geld für das nackte Überleben zu erhalten.

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